Wesenstest
Wofür einen Wesenstest?
Der Labrador Retriever soll einen idealen Familienhund darstellen und als solcher
allen erdenklichen Alltagssituationen sicher gewachsen sein. Seine Freundlichkeit
und Sicherheit im Umgang mit Menschen sind unverzichtbare
Rassenmerkmale.
Da es als erwiesen gilt, das sich sowohl psychische als auch
physische Anlagen vererben, kommt der wesensmäßigen Selektion des
Zuchthundes eine besondere Bedeutung zu. Um den Wesensstandard des Labrador
Retriever zu gewährleisten, ist eine entsprechende Überprüfung des
Junghundes erforderlich.
Wie wird er durchgeführt?
Zum Wesenstest sollte der Hund von seiner Bezugsperson, also der Person, zu der
er das größte Vertrauen hat, vorgestellt werden. Während des
gesamten Wesenstests bewegt sich der Hund frei - also ohne Leine und ohne
spezielle Kommandos. Der Test besteht aus folgenden Elementen:
- Als erstes erfolgt die Befragung über die Herkunft und
den Gesundheitszustandes des Hundes

- anschließend spaziert der Führer mit seinem Hund
über eine Wiese bzw. über ein Feld

- danach folgt der Sparziergang durch eine Gruppe von Menschen;
hierbei soll eine sogenannte "Marktplatzsituation" dargestellt werden

- Als nächstes spielen einzelne, dem Hund nicht bekannte,
weibliche und männliche Personen mit ihm

- im Anschluß wird das Verhalten des Hundes im
Menschenkreis überprüft. Hierzu befindet sich der Hund in der Mitte des
Kreises. Der Kreis wird als erstes langsam und beim zweiten Mal zügig, ohne
jegliche Bedrohung und ohne den Hund direkt anzuschauen, geschlossen

- danach spielt der Hund als erstes mit und anschließend
ohne einem Gegenstand mit seinem Besitzer

- der Führer wirft einen Ball o.ä.

- anschließend legt der Führer seinen Hund sanft auf
den Rücken
- es folgt die Überprüfung des Verhalten des Hundes
auf optische (z.B. plötzlich vor den Hund auftauchende vermummte Person mit
Regenschirm) und akustische Reize (z.B. einer Rassel)

- zum Schluß erfolgt der
Schusstest
Bei diesem Wesentest wird schwerpunktmäßig nicht der Stand der
Erziehung oder der Unterordnungsfähigkeit bewertet, sondern das an diesem
Tage gezeigte Verhalten des Hundes schriftlich niedergelegt.